Ausbildung Mantrailing

Mantrailing heißt übersetzt soviel wie „Menschen aufspüren“.
Der Hund bekommt anhand einer Geruchsprobe den Individualgeruch des zu suchenden Opfers präsentiert und hat dann die Aufgabe, diesen Menschen zu finden, indem man ihn an dem Punkt ansetzt, von dem man annimmt, daß er der letztmaligen Aufenthaltsort des zu suchenden Opfers gewesen sein könnte. 
Im Gegensatz zur Fährtenarbeit (Tracking) sind Bodenverletzungen nicht wichtig, da sich der Hund nach dem Individualgeruch des Opfers orientiert. Es wäre wohl auch kaum möglich, auf Asphalt oder Betonboden irgendwelche Bodenverletzungen zu verursachen.

Was ist Individualgeruch? 
Jeder Mensch verliert permanent abgestorbene Zellpartikel, die ihn wie eine Wolke umgeben und langsam zu Boden sinken (so kann man sich das in etwa vorstellen).
Auf diesen abgestorbenen Partikeln setzen sich Bakterien ab, die sich von diesen ernähren und wiederum Stoffwechselprodukte erzeugen, die unsere Hunde riechen können. Jeder Mensch hat seinen Individualgeruch, da er sich z.B. anders ernährt, Krankheiten hat und ihn deshalb von anderen Menschen unterscheidet. Der Individualgeruch ist ebenso einzigartig wie ein Fingerabdruck und ein gut trainierter Hund sucht und findet sein Opfer auch mitten auf einem belebten Marktplatz.

Kann mein Hund so etwas überhaupt? 
Wir brauchen dem Hund nicht beizubringen, wie man trailt, wir müssen ihm nur deutlich machen, was er trailen soll. Nasenarbeit kostet sehr viel Kraft, daher sollte der Hund gesund sein, wenn man trailen möchte. Jagdhunderassen, die gerne im Alltag mit der Nase arbeiten, sind besonders gut zum Mantrailen geeignet, aber auch andere Hunde können hier eine gute Auslastung (sowohl körperlich als auch geistig) finden. 
Was ist noch zu bedenken? Wie wir ja jetzt wissen, verlieren wir permanent unsere Zellpartikel. Diese fallen nicht einfach nach unten, sondern verhalten sich recht unterschiedlich; es gibt leichtere und schwerere. Die schweren sinken schnell nach unten und die leichteren schweben länger in der Luft. Durch den Wind werden die Zellpartikel weggeweht, und so kann es sein, dass unser Opfer zwar mitten auf dem Weg gelaufen ist, der Trail aber am Weggrand in den Büschen hängt, weil der Wind sie dorthin getrieben hat. 
Auch die Temperatur und die Feuchtigkeit der Umgebung spielen beim Trailen eine große Rolle. Die von den Zellpartikel lebenden Bakterien können zu hohe und auch zu niedrige Temperaturen, sowie zu große Trockenheit nicht vertragen. Sie werden dann inaktiv und produzieren somit keine Stoffwechselprodukte mehr, an deren Geruch sich die Hunde orientieren können. Ein wenig Regen oder Feuchtigkeit ist für die Aktivitäten der Bakterien bestens. 
Auch die Bodenverhältnisse spielen eine Rolle beim Trailen. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man quer durch den Wald, abseits der Wege trailt, auf einem belebtem Wanderweg, auf Asphalt oder über eine Wiese. Die Geruchspartikel haften natürlich auf glatten Böden wie Asphalt, Beton oder Stein schlechter und werden somit weiter verstreut. 
Wir sehen, dass es viele Einflüsse gibt, die wir gerade am Anfang berücksichtigen müssen, um den Hund nicht zu überfordern. Wie bei jedem Lernen sollte man so beginnen, dass der Hund so wenig wie möglich abgelenkt wird.